Die Christenverfolgung im Römischen Reich

Das Römische Reich erstreckte sich zu dem Zeitpunkt seiner größten Ausmaße rund ums Mittelmeer, das Schwarze Meer, Teile Kleinasiens und den südlichen Teil Großbritanniens. Viele unterschiedliche Kulturen und Religionen lebten in den vielen unterschiedlichen Regionen dieses Imperiums. Dementsprechend tolerant war die römische Regierung gegenüber den diversen Religionen, die in ihrem Reich ausgeübt wurden. Allerdings nur unter der Bedingung, dass die Menschen neben ihren eigenen Göttern auch die römischen Götter verehren. Diese Bedingung ist jedoch nicht konform mit dem Glauben der Christen, die an die Existenz von nur einem einzigen Gott glauben. Diejenigen, die sich widersetzten galten als Verschwörer des Reiches und so waren Feinseligkeiten und Konflikte zwischen den römischen Bürgern und den Behörden gewissermaßen vorauszusehen.

Da die Christen nicht die Staatsgottheiten der Römer verehren wollten, konnten sie auch nicht an vielen offiziellen Festen teilnehmen und waren vom kulturellen Leben im Reich zurückgezogen. Diese Isolation vom Kulturleben führte zu Misstrauen der restlichen Bürger und die Christen wurden für gottlose Staatsverräter gehalten. Diese negative Einstellung gegenüber den Christen wurde durch die Einstellung der Juden zum Christentum nur verstärkt, da diese die Christen als Verräter des Judentums betrachteten. Die Motive für die Verfolgung lassen sich somit auf die Unkenntnis über die Christen sowie deren Fehleinschätzung und die Sorge des Staates um das Reich zurückführen.

Die Christenverfolgung begann unter dem Kaiser Nero nur 64 Jahre nach Christus. Den Christen wurde damals der Brand in Rom zulasten gelegt, da der Kaiser selbst unter Verdacht stand den Brand gelegt zu haben und einen Sündenbock brauchte. Im Verlauf der Verfolgung wurden Christen hingerichtet, getötet und als menschliche Fackeln missbraucht. Die Verbrennung der vermeidlichen Brandstifter war im alten Rom eine angemessene Strafe.

Kaiser Domitian regierte das Römische Reich kurz nach Nero, 81 Jahre nach Christus, und auch er ging gegen die Christen, aufgrund von Ablehnung des Kaiserkults, vor. Die großflächige Christenverfolgung begann jedoch wesentlich später im 3. Jahrhundert, im gesamten Römischen Reich. Im Jahr 202 wurde ein Edukt erlassen, welches den Übergang zum Christentum verbot und mit schweren Strafen besetzte. Nur 40 Jahre danach begann eine weitere Welle der Christenverfolgung, bei der viele Christen ihr Leben lassen mussten. Nach einer ebenso langen Zeit des Friedens begann unter Kaiser Diokletian die finale Verfolgung der Christen. 303 nach Christus wurde das Heer „gesäubert“, die Soldaten mussten den römischen Göttern Opfer bringen oder aus dem Heer austreten. Ein weiteres Edikt wurde erlassen, welches die Zerstörung christlicher Glaubensstätten und der heiligen Schriften veranlasste. Im Orient und in Ägypten wurden besonders viele Christen getötet, sie wurden gekreuzigt, gemartert oder mussten in Theatern gegen Gladiatoren kämpfen. Die Verfolgung endete 311 nach Christus.